Hashimoto

Der Einfluss von Hashimoto auf den Stoffwechsel

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und betrifft deutlich mehr Menschen, als viele denken. Besonders Frauen kämpfen oft jahrelang mit Beschwerden, ohne zu wissen, was eigentlich dahintersteckt. Müdigkeit, Gewichtszunahme, Konzentrationsprobleme oder ständiges Frieren werden häufig einfach als Stress oder „normal“ abgestempelt.

Auch bei mir wurde Hashimoto erst nach ungefähr zehn Jahren entdeckt. In dieser Zeit hatte ich immer wieder Probleme mit meinem Gewicht und meinem Energielevel, ohne wirklich zu verstehen, warum mein Körper scheinbar anders funktioniert als bei anderen. Erst als die Erkrankung erkannt wurde und ich medikamentös eingestellt war, begann sich vieles zu verändern. Heute nehme ich täglich abwechselnd 75 mg und 88 mg L-Thyroxin – und seitdem funktioniert auch das Abnehmen endlich deutlich besser.

Was passiert bei Hashimoto im Körper?

Bei Hashimoto greift das Immunsystem die Schilddrüse an. Dadurch wird das Schilddrüsengewebe nach und nach zerstört und die Schilddrüse produziert immer weniger Hormone. Genau diese Hormone sind aber extrem wichtig für unseren Stoffwechsel.

Die Schilddrüse beeinflusst unter anderem:

  • den Kalorienverbrauch
  • die Fettverbrennung
  • den Energiehaushalt
  • die Körpertemperatur
  • die Verdauung
  • die Herzfrequenz
  • die Konzentration und Stimmung

Wenn die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert, läuft der Stoffwechsel langsamer. Der Körper verbrennt weniger Energie als früher und viele Betroffene nehmen zu, obwohl sie oft gar nicht „mehr essen“ als andere Menschen.

Warum fällt Abnehmen mit Hashimoto oft so schwer?

Viele Menschen mit Hashimoto kennen dieses Gefühl: Man achtet auf die Ernährung, bewegt sich mehr und trotzdem passiert auf der Waage kaum etwas. Das kann unglaublich frustrierend sein.

Ein verlangsamter Stoffwechsel bedeutet nicht, dass Abnehmen unmöglich ist. Aber der Körper arbeitet anders. Oft kommen zusätzlich Wassereinlagerungen, Müdigkeit oder hormonelle Schwankungen dazu, die alles noch schwieriger machen.

Besonders belastend ist dabei, dass Außenstehende häufig nicht verstehen, wie sehr die Erkrankung den Alltag beeinflussen kann.

Die richtige Einstellung macht einen großen Unterschied

Bei mir persönlich hat sich erst viel verändert, nachdem ich richtig medikamentös eingestellt wurde. Vorher hatte ich ständig das Gefühl, gegen meinen eigenen Körper zu kämpfen.

Seit ich meine Schilddrüsenmedikamente regelmäßig nehme und meine Werte kontrolliert werden, merke ich einen deutlichen Unterschied:

  • mehr Energie im Alltag
  • weniger extreme Müdigkeit
  • bessere Kontrolle über mein Gewicht
  • erfolgreicheres Abnehmen
  • allgemein ein besseres Körpergefühl

Das zeigt auch, wie wichtig es ist, Beschwerden ernst zu nehmen und die Schilddrüsenwerte regelmäßig überprüfen zu lassen.

Hashimoto bedeutet nicht das Ende deiner Abnehmreise

Auch wenn Hashimoto vieles erschweren kann, bedeutet die Diagnose nicht, dass man niemals abnehmen oder sich wohlfühlen kann. Der wichtigste Schritt ist oft, den eigenen Körper besser zu verstehen und geduldig mit sich selbst zu sein.

Vergleiche dich nicht ständig mit Menschen, die keine hormonellen Probleme haben. Dein Weg darf anders aussehen – und trotzdem erfolgreich sein.

Kleine Veränderungen können langfristig einen großen Unterschied machen:

  • realistische Ziele setzen
  • regelmäßige Mahlzeiten
  • ausreichend Eiweiß
  • genug Bewegung im Alltag
  • ausreichend Schlaf
  • Stress reduzieren
  • Medikamente konsequent einnehmen

Mein persönliches Fazit

Lange dachte ich, ich müsste einfach nur „mehr Disziplin“ haben. Heute weiß ich, dass mein Körper jahrelang gegen eine unbehandelte Schilddrüsenerkrankung gearbeitet hat.

Hashimoto macht vieles schwieriger – aber nicht unmöglich.

Seit meiner Diagnose und der richtigen Einstellung habe ich gelernt, meinen Körper nicht mehr nur als Gegner zu sehen. Und genau das hat auf meiner Abnehmreise einen großen Unterschied gemacht.